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DIN 18650 für automatische Türanlagen

Automatische Türsysteme in Deutschland genießen den weltweit höchsten Sicherheitsstandard. Mit der neuen DIN 18650, die nach kurzer Übergangszeit am 1. Juli 2006 in Kraft getreten ist, werden die Sicherheitsanforderungen der EU-Maschinenrichtlinie umgesetzt und der Stand der Technik neu beschrieben. Die umfangreiche Norm erfasst alle Sicherheitsaspekte automatischer Schiebe-, Drehflügel- und Karusselltüren.

Was umfasst die DIN 18650 genau?

Die Anforderungen und Prüfverfahren werden in der DIN 18650 "Schlösser und Baubeschläge - Automatische Türsysteme" Teil 1 und 2 geregelt:

  • Teil 1: Produktanforderungen und Prüfverfahren
  • Teil 2: Sicherheit an automatischen Türsystemen

Die in Teil 1 der DIN 18650 gestellten Anforderungen beziehen sich auf automatische Türsysteme in Fußgängerbereichen, die in Rettungswegen eingebaut oder als Feuer- bzw. Rauchschutztüren eingesetzt werden. Weiterhin werden automatische Türsysteme für andere Anwendungen beschrieben, beispielsweise automatische Schiebe-, Drehflügel- und Karusselltüren einschließlich Drehschiebetüren sowie Faltflügeltüren mit horizontal bewegten Flügeln.

Die Anforderungen der Norm beschreiben auch sicherheitstechnische Anforderungen an automatische Türsysteme nach der Richtlinie 98/37/EG (Maschinenrichtlinie).

Der Teil 2 der DIN 18650 enthält Anforderungen an den Aufbau der Anlage, die Kontrolle, Prüfung, Kennzeichnung und die Inbetriebnahme kompletter automatischer Türsysteme in Fußgängerbereichen. Gemäß DIN 18650 sind automatische Türsysteme entsprechend eines achtstelligen Kodierungssystems zu klassifizieren, das folgende Aspekte umfasst:

  • Antriebsart
  • Dauerhaftigkeit des AntriebsTürflügelbauart
  • Eignung als Brandschutztür
  • Sicherheitseinrichtungen am Antrieb
  • Besondere Anforderungen an den Antrieb
  • Sicherheit am Türflügel
  • Umgebungstemperatur

 

Die neuen Standards setzt der deutsche Hersteller Kaba Gallenschütz in seinen Produktfamilien Geryon (Sicherheitskarusselltüren) und Orthos (Personenschleusen) konsequent um. Die Änderungen betreffen Produkte, Leistungsumfang, Beratung und Inbetriebnahme, ebenso wie die jährliche Prüfung der Türen.

Durch Anpassung der berührungslosen Sensorik sowie der Sicherheitsleisten erfüllen die Kaba-Türen die Standards der DIN 18650. Durch im Karusselltürbereich einmalige Bremssysteme ist Kaba technologischer Führer in der Antriebstechnologie. Eine projektbezogene Risikobeurteilung, die zwingend von geschultem Fachpersonal vorgenommen werden muss, ermöglicht eine Anpassung der Türen an die jeweilige Nutzergruppe.

Bereits auf der BAU 2007 in München, einer der größten Baumessen, stellte Kaba als einziger Hersteller DIN 18650 konforme vollautomatische Karusselltüren aus. Auf der Sonderschau des ift-Rosenheim, eines der international bedeutendsten Prüf- und Akkreditierungsinstitute, wurden die Ausstattungsmerkmale einer Tür nach DIN 18650 präsentiert.

 

DIN 18650 - Projektbezogene Risikobeurteilung

Im Hinblick auf die Normeinhaltung ist ein Schwerpunkt auf die Schutzelemente zu legen. Jeder Anwendungsbereich hat seine eigenen Risiken. Deshalb gibt es für die Schutzausstattung kein Patentrezept.

Ein entscheidender Faktor ist der Nutzerkreis: Ist die Tür nur für gesunde Erwachsene zugänglich oder können Kinder, ältere oder gebrechliche Personen in den Bereich der Tür gelangen?
Wird die Tür von eingewiesenen Personen genutzt?

Um Planer und Betreiber bei der Auswahl der richtigen Ausstattung zu unterstützen, stellt Kaba die notwendigen Dokumente für eine Risikobeurteilung zur Verfügung. Das erleichtert die Planungs- und Vergabetätigkeit und konkretisiert über klare Vorgaben frühzeitig schon die Rahmenbedingungen, die letztlich eine Entscheidung vereinfachen.

Mit dieser Checkliste werden schon in der Planungsphase alle Aspekte der künftigen Türanlage durchgesprochen und die entsprechenden Ausstattungsmerkmale definiert. Dadurch lassen sich kritische Punkte bereits im Vorfeld identifizieren, was später zu einer reibungslosen Ausführung beiträgt.

Bei Karusselltüren werden folgende Dokumente von Kaba eingesetzt:

Risikobeurteilung:

Hier wird gemeinsam mit dem Betreiber der Nutzerkreis der Tür festgelegt. Dies ist zu erledigen, bevor die Tür bestellt wird.

Unterschieden wird grundsätzlich in „Öffentlicher Bereich“ und „Nicht öffentlicher Bereich". „Nicht öffentlicher Bereich" bedeutet, dass sowohl die Nutzung als auch der Zugang zur Tür, nur durch eingewiesene Personen oder in Begleitung eingewiesener Personen vorgesehen ist. Sicherheitskarusselltüren (Zutrittskontrollanlage „Geryon") stehen häufig in einem Mischbereich und müssen daher dem öffentlichen Bereich zugerechnet werden. Windfangtüren (Karusselltür bzw. Rundschiebetür „Talos") stehen fast immer im öffentlichen Bereich. In der Risikobeurteilung werden zusätzliche Schutzmaßnahmen definiert, da die Grundausstattung der Tür meist nicht die DIN 18650 für den öffentlichen Bereich erfüllt. 

 

Maßnahmen zur Erhaltung der Türsicherheit sind:

Jährliche Sachkundigenprüfung:

Um die Betriebssicherheit der Tür zu gewährleisten, ist eine jährliche Sachkundigenprüfung erforderlich, bei Fluchtwegtüren wird eine halbjährliche Prüfung empfohlen.

Prüfbuch:
Das Prüfbuch ist über die komplette Laufzeit der Tür der „Fahrzeugbrief" der Tür und muss vom Betreiber für die Lebensdauer der Tür aufbewahrt werden. Im Prüfbuch werden Nutzerkreis und Schutzausstattung, Antriebs- und Bedienelemente beschrieben, sowie das Ergebnis der jährlichen Sachkundigenprüfung dokumentiert.

Sachkundigenprüfliste:
Zur Erleichterung und Standardisierung der Sachkundigenprüfung wurden Prüflisten erstellt, die eine detaillierte Beschreibung aller Prüfpunkte beinhalten. Je nach Nutzerkreis und Ergebnis der Risikoanalyse werden die entsprechenden Sicherheitselemente eingesetzt. Zusätzlich zur normativen Erfüllung gibt es natürlich wertvolle Empfehlungen und Tipps. Die Ergebnisse der Risikobeurteilung stellen wir interessierten Betreibern gerne zur Verfügung. Damit hat jede Anlage ihren „sicherheitstechnischen Steckbrief“.

Beispielhaft sind nachfolgend die Schutzausstattungen an einer vierflügeligen Karusselltür aufgeführt.

Risikobeurteilung an automatischen Türen Talos RDR mit Antrieb G4-SA3

Schutzausstattungen

Bild: Schutzausstattung an Karusselltüren > Ø3700 mm bis Ø4800 (Außen-Ø4920 mm)

 

DIN-18650-Auflistung

DIN-18650-Tabelle

Zur Erläuterung der einzelnen Schutzausstattungen an Karusselltüren klicken Sie bitte hier.

 

DIN 18650 - Vom TÜV Nord geprüft und für gut befunden...

Aktuelle TÜV-Baumusterprüfzertifikate und -bescheinigungen für die Kaba Drehtüren und Türflügelkreuze dokumentieren den Nachweis der DIN 18650 und zeigen mögliche Sicherungsmaßnahmen auf.

 

DIN 18650 - Verantwortung geregelt

Durch die Risikobeurteilung ist die Verantwortung von Hersteller (Kaba Gallenschütz), Inverkehrbringer (Kaba GmbH) und Betreiber geregelt.
Der Hersteller ist für die konstruktiven Merkmale der Anlage zuständig.
Im Zuge der DIN 18650 hat Kaba Gallenschütz viele technische Maßnahmen ergriffen:

  • Konstruktive Absicherung von Quetsch- und Scherstellen
  • Absicherung von Gefahrenstellen durch Sicherheitsleisten und Lichtsensoren
  • Anbau von mitfahrenden Sensoren an den Türflügeln
    Zusätzliche Ausstattung aller Talos-Karusselltüren mit Tastern zur Reduzierung der Drehgeschwindigkeit
  • Alle Sensoren werden konsequent getestet

Der Inverkehrbringer hat technisch einwandfreie Produkte nach dem jeweiligen Stand der Technik zu liefern. Der Betreiber muss dafür sorgen, dass die Türanlage sich jederzeit in einem betriebssicheren Zustand befindet. Allein aus Gründen der Rechtssicherheit macht es also Sinn, ältere Türen nachzurüsten. Die jährliche Sicherheitsüberprüfung und Wartung der Tür ist inzwischen schon ein Muss. 

 

DIN 18650 - Vorteile für Nutzer und Betreiber

Aus der DIN 18650 ergeben sich entscheidende Vorteile für Nutzer und Betreiber:

  • Automatische Türsysteme werden sicherer in der Anwendung
  • Bei einem auftretenden Fehler geht die Tür in einen sicheren Betriebszustand
  • Die Risikobeurteilung schafft Sicherheit

Auch auf die Optik nimmt Kaba Rücksicht:

  • Schutzsensoren werden nach Möglichkeit verdeckt eingebaut
  • Sicherheitsleisten auf den Türflügeln sind unauffällig, klein ausgeführt
  • Ohne Veränderung der Antriebsbauhöhe können bei Kaba die Karusselltüren mit Lichtvorhängen, Sicherheitsleisten und Glasbruchmeldern ausgestattet werden.
  • Die parametrierbare Mikroprozessorsteuerung ist beim Antrieb integriert
  • Die Schutzausstattung ist abwärtskompatibel, die meisten älteren Türen können problemlos und unauffällig modernisiert werden

Rufen Sie uns an +49 6103 9907 - 111. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Neue Ausschreibungstexte mit entsprechenden Hinweisen zur Absicherung nach DIN 18650 finden Sie für Ihre Türanlage unter folgendem Link.